Bar jeder Vernunft

…heißen andernorts Gaststätten, in Northeim finden wir das im Rathaus…

„Wo ist Behle?“ – das kennen wir. Die aktuelle Variante in Northeim lautet nun „Wo ist der Bürgermeister?“. Nicht dass man ihn unbedingt immer an seiner Seite wissen möchte, ohnehin wünscht sich mancher im Rathaus, dass er in Gottweisswo wäre – ohne Rückfahrkarte.

Der Hilferuf kam in diesem Fall aus dem Bau-Ausschuss, der eigentllich immer ein Garant für Real-Satire ist; eventuell nicht für alle (speziell die Mitglieder), aber auf jeden Fall für unbeteiligte Dritte, solange sie nicht im Dörtalsweg wohnen.

Was war nun wirklich passiert? Die lokale Presse in Form der HNA hatte von dem Sturm im Wasserglas nichts berichtet, sodass hier exklusiv das Anzeigenblatt ‚Hallo‘ kolportieren durfte (18.3.17). Lassen wir einmal die handelnden Personen Revue passieren:

Da ist zuerst ein Bauamtsleiter, der sich scheinbar Sporen und Respekt verdienen möchte (er hat auch schon Visionen, war aber wohl noch nicht beim Arzt…), der dem Bürgermeister freundlich Absens gewährt, da es nur um wenige Punkte gehe, bei denen er selbst und persönlich der Ansprechpartner sei. Nobel.

Das mißhagte aber nun Schwarz-Rot-Grün, die gern einmal in das Bürgermeister-Gesicht geschaut hätten, auch wenn der Amtsleiter eine kompetente Person sei. Wenn das darin gipfelt, dass nur der Bürgermeister bestimmte (welche denn?) Fragen beantworten könne, fragt man sich doch, ob der Name des Bürgermeisters Tannhäuser, Gantenbein oder Louis XIV. sei. Oder ob man diese ‚wichtigen‘ Fragen nicht besser im Rat stellt.

Über die Leidensgeschichten, die anschließend Mitglieder des Ausschusses zum Besten gaben, sieht der Chronist einfach hinweg – viel possierlicher ist da doch die Protokoll-Klamotte: Da wird ein Protokoll von der Verwaltung veröffentlich, das der Ausschuss-Vorsitzende freigegeben hat. Dann wird es wieder zurückgezogen, weil es vom Bauamtsleiter und vom Vertreter des Bürgermeisters noch nicht freigegeben wurde. Daraufhin mokiert sich der Vorsitzende, der scheinbar von diesem Prozedere nichts ahnt und der Bauamtsleiter entschuldigt ‚die Verwaltung‘, da sie von diesen Regularien scheinbar auch nichts ahnt oder es schon immer so war, aber es keinen gekümmert hat. Wer ahnt hier eigentlich was? Es passt aber zu diesem Amt, in dem gelegentlich einfach Parkplätze verschwinden.

Ja, zum Schluss kommen dann auch noch die Dörtalaner dran: Da gibt es eine Eingabe, die 3-4 Wochen vor der Sitzung einging und die es leider nicht mehr in die Tagesordnung schaffte, da der Weg über die Schreibtische von Bürgermeister, Amtsleiter und Abteilungsleiter zu lang war. Wenn dann auch noch eine Erkrankung des Abteilungsleiters vorgeschoben wird, der sicher nicht über die Tagesordnung und die Unterlagen allein entscheidet, wird es einfach nur peinlich. Aber wenn schon ganze Parkplätze verschwinden, warum soll dann nicht auch mal ein Briefchen (wahrscheinlich von bekannten Querulanten…) auf der Wartebank versauern…

Wie schon angedeutet: über diese Sitzungen kann man keine Satiren schreiben – das ist alles schon erledigt….

Und wer es nicht glauben mag: das Ratsinfosystem dokumentiert das bestens – einfach mal die Protokolle lesen, dann versteht man den Behle…äh den Bürgermeister bestens!

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