Gute Schulen sind im Interesse der Eltern

…..und nicht möglichst viele Schulen! (HNA, 1.3.17)

Man handele ja nur im Interesse der Eltern, so versichern die roten und schwarzen Partei-Vorsprecher nach der Weigerung des Kreis-Schulausschusses, die dringlich geratenen Umorganisation der Sekundarschulen in die Wege zu leiten: Alles muss so bleiben, wie es war, egal was Ministerium und Verordnungen oder Schulgesetze so vorschreiben oder wünschen. Ist ja Wahljahr und nur keine Feinde machen! (siehe auch den Beitrag „Behandelt Oberschulen wie Gymnasien„)

Warum sollten auch sinkende Schülerzahlen zu Maßnahmen führen – es gilt immer noch – wie zu Zeiten der Titanic – die Devise:  „Der letzte macht das Licht aus!“ And the band played on….

Nun macht sich also die Politik selbst überflüssig, sie mag einfach nur noch zusehen, wie der Elternwille die Kreisgelder ausgeben mag und zeichnet Blanko-Schecks.

Nochmals zur Erinnerung: Mini-Schulen mögen zwar kuschelig sein, sie bieten aber niemals eine Vielfalt und eine Differenzierung wie sie nur in größeren Einheiten angeboten werden kann: das nützt natürlich nur den Schülern, nicht dem Elternwillen. Ein fast marxistisches Szenario: die Politik  (wie dereinst der kapitalistische Staat) stirbt langsam ab und überlässt den sich entwickelnde Individuen (dem Proletariat) die Verfügungsmacht über Produktionsmittel und Gesellschaft, deren Teil die Schulen sind. Basisdemokratie – oder nur der Weg zum Wohlfahrtsausschuss mit allen bekannten Verirrungen, die uns die Geschichte schon gezeigt hat?

Um es zu wiederholen: Für den Schüler muss die Schule sorgen, nicht für das Gebäude! Bei 30 Schülern und zwei Zügen gibt es in der Oberschule schlicht einen Hauptschul- und einen Realschul-Part. Basta. bei einer Zusammenlegung zweier Zwergschulen wird die Versorgung direkt besser, da allein durch die Klassenteilung mehr Spielraum geschaffen wird: bei 60 Schülern je Jahrgang kann man sowohl 4 Klassen á 15 Schülern als auch 3 Klassen á 20 Schüler bilden. Nimmt man die 3-Klassen-Variante, steigt unmittelbar die Lehrer-Versorgung der Schule, da eine Lehrkraft freigesetzt wird. Und da wundern sich manche Schlauköpfe im Land, warum an Oberschulen in den letzten Jahren immer die ’schlechteste‘ Unterrichtsversorgung zu verzeichnen sei – kein Wunder, wenn überall im Land so wie im Kreis Northeim die Klein-/Restschulen, die unter Schüler-Schwindsucht leiden, weiter gepampert werden. Hier fehlt die Organisationsreform, die mittel- und langfristig die Qualität und Finanzierbarkeit der Schulen sicherstellt.

(Zur meiner Einschätzung der Situation siehe auch „Tag der Warmduscher“)

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