Was kost‘ der Spass?

….ist eine Frage aus der grauen Vergangenheit, die muss man heute nicht mehr stellen – denn ‚der Staat‘ zahlt ja alles! Und da messen wir in Milliarden und nicht in Millionen – und das färbt durch!

Ein schönes Beispiel finden wir im Bereich ‚Wir betreiben ein Impfzentrum‘. Das ist eine hehre und gute Aufgabe – und die Entscheidung, die Kräfte zu bündeln und einen Prozess zu implementieren, der eine hohe Performanz, Verfügbarkeit und Skalierung garantiert, ist auch heute noch richtig.

Aber das Timing. Das war das Gegenteil, das war Grotte von Anfang an. Auch 2020 war klar, dass die ersten nennenswerten Impfstoffmengen, die als Grundvoraussetzung für den Betrieb zu sehen sind, frühestens Anfang Februar 2021 zur Verfügung stehen würden – warum also ein Aufbau mit Termin 15.12.2020? Wer öffnet eine Tankstelle, von der ich weiß, dass alle Benzintanks leer sind und erst in zwei Monaten betankt werden?

Selbst im Leerlauf kommen so locker 6.000-10.000 Euro Kosten täglich zusammen – aber das zahlt ja der ‚Bund‘! Und wenn es um den Auslaufbetrieb geht, wo noch einzelne Impfungen zu verabreichen sind (weniger als 50), werden die Kosten sicher bei 10.000 Euro pro Tag liegen – alles ohne Materialkosten für die Impfstoffe.

Wenn ich jetzt lese, dass der Betrieb in Northeim noch im August/September fortgesetzt werden soll, muss ich doch wirklich fragen, ob man ernsthaft überschlägt, wie die Impfkampagne enden soll. Ginge es nach den Hausärzten – besser gesagt: ihren Funktionären – dann könnte sofort geschlossen werden, ginge es nach der Kreisverwaltung, würde es eine never ending story.

Also hier dazu die neueste Luftnummer aus dem Kreishaus – laue Worte zur Corona-Lage: Wie lange soll es das Impfzentrum geben? Die Antwort ist eigentlich einfach: bis alle geimpft sind, wobei die Restanten irgendwann im Gesundheitsamt oder im Bürgerbüro geimpft werden könnten. Aber wie lange dauert das? Die Antwort geben die Planzahlen von selbst, wenn man sich die Mühe macht, sie herauszufieseln aus dem Info-Wirrwarr.

Der Landkreis hat 132.000 Einwohner, für die Impfung fallen alle unter 16-Jährigen aus, also ca. 13 %, dazu kommen dann laut letzten Befragungen ca. 10% Impfverweigerer. Heißt für den Landkreis, dass ca. 104.000 Personen geimpft werden und deshalb ca. 204.000 Impfdosen benötigt werden, wenn man von 4.000 Dosen J+J ausgeht, sonst also 208.000 Dosen. Und zieht man die 2500 Genesenen ab, kommt man auf rund 200.000 Dosen.

Wie ist der Stand? 55.000 Personen sind schon mit 67.000 Dosen geimpft, für Mai/Juni sind Lieferungen von 24.000 Dosen für das Impfzentrum vorgesehen (1,65% der Landesmengen – prozentual sind das die 132.000 Einwohner von 8.000.000 Niedersachsen) – das entspricht auch ziemlich genau der Kapazität, die das Impfzentrum heute hat. Und dazu das ca. 1,8fache für die Arztpraxen, also ca. 45.000 Dosen. Macht also knapp 70.000 Dosen bis 30.6.21 – und dabei ist völlig unerheblich, ob die in Erst- oder Zweitimpfungen gehen.

Ende Juni sind also voraussichtlich 137.000 Dosen verimpft.

Fehlen also noch ca. 70.000 Dosen: und die wären bei erwarteten steigenden Gesamt-Liefermengen im Monat Juli lieferbar und verimpfbar. Damit wären die 208.000 Dosen für den Landkreis geliefert und verimpft – und was sollte danach ein Impfzentrum noch machen? Nutzlos vor sich hin gammeln, so wie es bereits im Januar/Februar der Fall war?

Und was ist das Fazit dieser Überlegung? Impfzentrum zum 31.7.21 schließen, Restimpfungen, die nicht bei den Hausärzten stattfinden, im Gesundheitsamt. Fertig. Was ist daran so schwierig? Und wenn’s eng wird? Einfach mal Termine an Samstag/Sonntag, wie es in vielen Städten der Fall ist…

Richtig spannend wird es erst ab November/Dezember, falls sich bewahrheiten sollte, dass eine Auffrischungsimpfung nach 6-9 Monaten notwendig wird – dann stehen 18.000-20.000 Patienten jeden Monat (zusätzlich?) vor den ca. 90 Hausarztpraxen im Landkreis – wenn sie denn einen Hausarzt haben….

Wenn ich mich irren sollte – oder jemand weiß es besser/genauer: ich lerne gern dazu!

Zauberlehrlinge im Corona-Wahn

Man mag – und jetzt mal ganz deutlich – die ganze Corona- und Impf-Kacke nicht mehr hören, nicht mehr sehen und man möchte am liebsten auch nicht mehr darüber sprechen. Aber schreiben….

Nach über einem Jahr gilt eigentlich nur eine einzige Handlungsanweisung über, die ich damals und heute ohne Vorbehalte unterschreibe: Bleib mir 2 Meter vom Leib und ich Dir auch! Außer Anne, natürlich…

Wir alle kennen ja das Peter-Prinzip – und wer nicht, der erfährt es jetzt -, dass nämlich jeder in einer Organisation so lange befördert wird, bis er die Stufe der absoluten Unfähigkeit erreicht hat. Dieses Schauspiel wird derzeit auf allen Bühnen gegeben. Und unter den Masken mit dem lachenden und weinenden Gesichtern steht zu lesen: „Et is ja aallet immer noch jootjejaan“. Hoffen wir’s!

Seit einem Jahr wird rumgeeiert ohne Ergebnisse, aber immer mit großen Holzhammern: Nach wie vor sind wir nicht in der Lage, zu identifizieren, wo es am wahrscheinlichsten ist, eine Virusübertragung zu begünstigen. Wären die Hauptursachen Plünden-Läden und Gaststätten, dann hätte ja unmittelbar nach dem Lockdown – also innerhalb von 5-10 Tagen ein sofortiger, deutlicher Absturz der Infiziertenzahlen erfolgen müssen (und da gab es noch keinen B117, den man heute für alles verantwortlich macht). War aber nicht. Der Einwand, man könne das nicht ermitteln, da nur ca. 20% der Fälle verfolgbar seien, kann aber eigentlich nicht ziehen: dann weiß man es eben nur für jeden 5.Fall, aber was ist das Problem dabei, wenn man gleichzeitig eine Statistik-Wissenschaft hat? Die kommt auch mit 1%-Stichproben hin und eine 5%ige Stichprobe führt zu hoch-wahrscheinlichen Ergebnissen.

Neben dem Holzhammer gehört auch die Panik-Sirene zum Repertoire: Angst erzeugen durch die ‚hochansteckende Mutante‘ – da läuft es kalt den Rücken herunter und man fühlt sich die Grusel-Stunden im TV mit ‚Mumien, Monstren, Mutationen!!!!‘ in der Wirklichkeit zurückkehren. Dabei wurde die höhere Ansteckungsfähigkeit zum Horror, das Virus wurde ‚böser‘ und mangels Erklärungsmöglichkeiten wurden wir immer hilfloser, da niemand wusste wie man sich gegen diese Genmanipulation wehren konnte. Nun lese ich gestern, dass es tatsächlich Menschen gibt, die nachforschen: die höhere Ansteckungsrate soll allein daher kommen, dass die Infizierten nicht 2-3 Tage lang die Viren verbreiten, sondern 4-6 Tage, was bei einer durchschnittlichen Erkennung nach 5-7 Tagen einfach die Menge der Kontaktpersonen verdoppelt, was eine ganz und gar undämonische Erklärung ist. Und man kann einfach durch Abstandhalten und ggf. in Zukunft durch regelmäßiges Kontroll-Testen die Infektionsweitergabe komplett oder früher stoppen.

Und was die Gesamt-Corona-Lage angeht: irgendwann in 2021 oder 2022 wird das alles in ’normalen‘ Bahnen verlaufen – wie die bekannten Grippe-Wellen. Aber derzeit ist der Aktionismus-Wettbewerb der Peter-Prinzip-Kandidaten in vollem Lauf: Man kann auch einfach sagen: da klappt nichts, wie es hervorprophezeit wird, die Politik-DarstellerInnen sind im Wettbewerb ‚toughest-guy/girl of corona-defeating‘. Ständig werden neue Maßnahmen propagiert, ohne dass irgendetwas davon erfolgreich und optimiert läuft.

Im Sommer 2020 wurde an die Menschen appelliert, die AHA-Regeln einzuhalten, als das nicht funktionierte, wurde die Maskenpflicht eingeführt, von der man vorher nichts wissen wollte. Als das nicht fruchtete, kam Lockdown light, dann das Impf-Versprechen, dann Lockdown medium, dann die Einrichtung von Impfzentren ohne dass man dafür auch nur eine Dosis Impfstoff hatte. Darauf dann zurückgerudert, dass man die Zentren nicht benötigen würde, weil erst einmal Altenheime und Krankenhäuser/Rettungsdienste beglückt werden sollten. Dann kam das Impfstoff-Dispositions-Versagen und alles brannte auf Spar-Spar-Flamme. Und weil nichts lief, trieb man dann die Terminvergabe durchs Dorf: Auch hier lief nichts, weil Millionen von Menschen nicht gleichzeitig bedient werden können von einer begrenzten Anzahl von Mitarbeitern – und dem Fehlen von Material. Also alles zurück und rauf auf die Warteliste – aber die hätten die öffentlichen Verwaltungen auch selbst machen können und nur die Verweigerer hätten sich melden müssen bzw. absagen.

Das tröpfelt nun so vor sich hin und wird bei dem angeschlagenen Tempo auch 2022 nicht beendet sein – sollte nicht was anderes passieren. Es läuft also nicht, aber um das zu kaschieren, wird nun die nächste Sau durchs Dorf getrieben: die Hausärzte sollen das machen – aber wie? Da müssten 100.000 Mitarbeiter geschult werden in den Systemen des Impfbetriebs, da müssten 50.000 Praxen in den Nachschub eingebunden werden, in das Terminmanagement und die Verwaltung der Wartelisten. Die Einhaltung der Impfpriorisierungen? Wer macht denn das? Wo sollen die Geimpften die Viertelstunde nach der Impfung sich aufhalten – unter Beobachtung? Wann soll der Arzt impfen, der jeden Tag im Schnitt 58 Patienten behandelt? In der Spätschicht?

Aber nicht genug, dass dieser Weg organisatorisch völlig ungeklärt ist: Jetzt werden als nächstes die Betriebsärzte in die Aktivitäten eingespannt – aber wer hat schon einen Betriebsarzt? Nur die wenigsten!

Und dann kommen die Tests: regelmäßig in Schule und Betrieb: wer soll die wann abnehmen? Und wie valide sind die Ergebnisse, wenn es allein zuhause gemacht wird? Wie fälschungssicher sind die Unterlagen, die erstellt werden müssten, um den Nicht-Positiv-Getesteten mehr Rechte zu geben – was genauso für die Geimpften gilt…

Und was machen die, die mal nicht jeden 2.Tag einen Zehner für den Selbsttest übrighaben? Da könnten wir ja die Tafel-Läden einspannen, aber die wissen ja noch nichts von ihrem Glück!

So geht’s eventuell weiter: nichts klappt richtig, aber irgendwie doch ein büschen…und um davon abzulenken, wird immer wieder eine neue Aktivität erfunden.

Und noch eine Anmerkung darüber, wie der Bürger eingeschätzt wird von den Lenkern: da gab es im letzten Jahr nur Holzhammer und Rasenmäher für die Maßnahmen, da wurde gejubelt, auch wenn die Lage das nicht erforderte, man war schon zufrieden, wenn überhaupt etwas untersagt wurde. Nun wurde zum ersten Mal eine halbwegs differenzierte Strategie für den Rückkehr zur Normalität formuliert, die auch auf die Schwere der Pandemie in bestimmten geografischen Umgebungen reagiert – gut so! Aber auch da melden sich die Bestimmer und Besserwissenden sofort zu Wort: das könne man den Untertanen nicht zumuten, dass sei ja alles viel zu differenziert und viel zu kompliziert! Nein, ist es nicht – und der IQ der breiten Masse versteht wohl sehr gut, dass es einen Unterschied macht, ob ich in der Landeshauptstadt shoppen gehe mit einer 100er-Inzidenz oder in der Kleinstadt Northeim mit einer 25er-Inzidenz. Aber so ist das, wenn man die verwalteten Bürger nur als Wutbürger oder dumme Schäflein sieht – die brauchen einfach einen scharfen Wachhund! Oder auch nicht…