Ein Loch ist im Eimer…

…dann flick es, dann flick es, mach’s zu!

Ja, das waren noch echte Ratschläge, die das Medium Terzett den Schlagerfreunden Anfang der 60er Jahre lieferte! Schaut man auf mein Lieblingsfeld, die Northeimer Lokalpolitik, dann lautet der Grundsatz heute: „Oben einfach mehr reingießen als unten rausfließt, dann wird der Eimer auch voll!“

Heute werden wir wohl, angetrieben von den vergnügungssteuerfeindlichen Handball-Lobbyisten, noch Zeuge, wie ein richtiges Fass aufgemacht wird bzw. ein Loch in den Eimer geschlagen wird: ein Handball-Palast für mehr als 15 Millionen Euro – aber das sind nur die Plankosten in der Vorbereitungsphase. Sieht man auf Projekte wie den Feuerwehranbau in Hillerse (570.000 -> 1.000.030 Euro) oder die Multifunktionshalle in Einbeck (1,4 Mio -> 2,5 Mio Euro), kann man schnell ahnen, dass die 20 Mio. ohne Problem gerissen werden, zumal man schon in Hillerse bei den Mehrkosten darüber räsonniert, dass zu den geschätzen Kosten überhaupt kein Betrieb in dieser Konjunkturphase anbietet. Beim Bau haben wir derzeit einen ganz deutlichen Verkäufermarkt, was in zweistelligen Kostensteigerungen pro Jahr dokumentiert wird – neben den ‚üblichen‘ Planungsfehlern.

Und da kommt dann ‚unsaa Doktaa‘ Roy Kühne prompt zur Sache bzw. in das Lokalblatt: Natürlich würde er sich darum kümmern, dass Bundesmillionen den Weg nach Northeim finden werden, wenn die braven Kinder im Stadtrat ein klares Signal geben würden. Und nicht so rumzicken – das muss dem geneigten Leser bei der Formulierung wohl in den Sinn kommen. Das ist wieder das Gut-Böse bzw. Schwarz-Weiss-Muster: Wer nicht für DIESE Halle ist, der ist gegen JEDE Halle. Der alte Unsinn: es geht nicht um Halle ja/nein, sondern um Halle um jeden Preis oder um jeden vernünftigen Preis: Viele würden sich sicher gern einen Porsche kaufen, aber die allermeisten verzichten darauf, weil die ‚Kohle‘ einfach nicht da ist.

Aber statt darüber eine vernünftige Diskussion zu führen, wird dem Esel einfach mal ein Leckerli vor die Nase gehalten, damit er weitertrottet, um es zu schnappen. Natürlich würde er sich um Bundesförderung bemühen, aber das sei ja schwierig, da der Fördertopf dafür heute schon deutlich überzeichnet wäre. Was soll das? Das ist Generieren von PR-Flächen in der lokalen Presse – und das kann ‚unsaa Doktaa‘.

Und statt konstruktiv über eine finanzierbare Lösung mitzureden, wird einfach andersrum agiert: egal, was kost‘, dann muss eben mehr Geld her. Das Loch ist da, egal, dann muss eben mehr Wasser oben rein – so ist halt alles immer im Eimer… Verursacht so etwas evtl. die Berliner Luft, die ja auch dazu führt, dass man glaubt, CO2 direkt durch zusätzliche Steuern zu vermindern.

Hier nennt man sowas dann (sofern man nicht im Bann des Parteibuchs mit dem Schweigegelübde ist) ‚rum-doktaan‘ an den Symptomen. Das ist nicht die Suche nach dem Grund und das Bekämpfen der Ursache. Da bleibt die Gesundung fern, aber manche halten die Unterdrückung der Schmerzen ja auch schon für Heilung; das sind dann die, die auch glauben, dass der ‚Playboy‘ das Mitteilungsblatt des Vatikans sei…