Tisch, Bett, Stuhl, Spind, Waschbecken…

….und der Spind sei immerhin abschließbar

Klammheimlich hat die Verwaltung der Stadt Northeim sich der Lösung der Gebäudeproblem an der Obdachlosenunterkunft bemächtigt. Ohne große Glocke, nur ein Schreiben an die betroffenen Insassen. Dass das Schreiben bei der Presse landete, war wohl nicht intendiert.

Eine Obdachlosenunterkunft gehöre nicht in eine Wohnbebauung (wo denn sonst?) hatte bereits vor einiger Zeit der Fraktionsvorsitzende der SPD im Northeimer Stadtrat angemerkt. Dass die Verwaltung nun auf ihn hörte, muss ihn sicher stolz machen. Die Lösung der Stadtverwaltung heute (Februar 2017): eine kleine Containersiedlung auf dem Gelände der Friedhofsgärtnerei am äußersten Ostende der Stadt (Ostende: klingt ja fast nach Seebad…), in der Nachbarschaft die auslaufende Ortsbebauung und Gräberfelder – von deren Bewohnern wird auch sicher keiner mehr protestieren.

Die Container würden ja immerhin mit Tisch, Bett, Stuhl, (abschließbarem!) Spind und Waschbecken ausgestattet sein, kein eigenes Mobiliar, keine Haustiere. Das klingt schon ein wenig wie Knast, da haben ja selbst die Insassen von Billig-Altersheimen mehr… Und der Begriff ‚Container‘ wäre heute auch viel zu negativ belegt, immerhin würde man die ja auch für Schulklassen ausstatten und nützen (was sagt denn da die Elternmeinung?). Sich für 4 Stunden in einem Zweckraum aufzuhalten oder 24 Stunden in einem Container zu leben sind sicher zwei Paar Schuhe – aus meiner Anschauung heraus.

Ob man mit der Klientel, die sicher nicht einfach ist, so umgehen muss? Nach ‚bürgerlichem‘ Verständnis ist das Vorgehen nicht nachvollziehbar: Was immer sie noch besitzen: in den Müllcontainer. Haustiere: in das Tierheim. Neuer Standort: Am Friedhof. Wohnraum: Neu, aber im Knast-Standard. Danke nein.

Zumindest ein alternativer Standort sei noch vorgeschlagen: Container in die Wallanlagen oberhalb St. Sixti neben dem verlassenen Pissoir. Die Kirchenbesucher könnten dann dort milde Gaben abgeben und der Zuspruch von kirchlich-pastoraler und sozialarbeiterischer Seite wäre auf dem kurzen Weg möglich. Es wäre ein weiteres pittorekes Highlight neben den geplanten KiTa-Baracken und schlussendlich brächte es auch einen kurzen Weg für die Bewohner in die benachbarte Oase.

Ein Gedanke zu „Tisch, Bett, Stuhl, Spind, Waschbecken…“

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