Behandelt die Oberschulen wie Gymnasien!

Es wird weiter rumgeeiert im Landkreis – nur um den lokalen Politiker-Granden nicht allzu fest auf die Zehen zu treten, die gern bevölkerte Schulgebäude in ihrem Beritt haben möchten. Ist ja auch umsonst, da die vom Landkreis bezahlt werden. Aber es geht nicht um Gebäude, sondern um möglichst breite Unterrichtsangebote für die Schüler. Und die sind nicht in Mini-Schulen anzubieten, sondern nur in größeren Einheiten. so wie es die Gymnasien vormachen, die zwischen 600 und 1100 Schüler an vier Standorten haben. Wenn wir dann noch auf WG und KGS schauen, haben wir Organisationsgrößen zwischen 1300 und 1700 Schülern.

Und für den Rest der Sekundarstufen-Schüler lassen wir’s dann einfach so, wie es ist – nämlich bei 100-300 Schülern (außer den Realschulen Löns und Gutenberg mit 410/380)? Wie vom Kultusministerium schon angemerkt, sind fast alle Oberschulen im Kreis unterhalb der vorgegebenen Mindestgrößen: zwei Züge á 24 Schüler in Klassen 5-10 = 24*2*6 = 288. Und das ist unterste Kante. Und da die Schülerzahlen der nächsten 10 Jahre keine Steigerung erwarten lassen, muss man auch nicht ‚abwarten‘ und auf ‚Wunder hoffen‘.

Im Interesse der Schüler müssen größere, funktions- und überlebensfähige Schulen gebildet werden – egal ob als IGS (Mindestgröße > 600) oder OS ( >300). Halt so wie es bei Gymnasien heute schon der Fall ist – und da heulen die Eltern auch nicht, dass die Kinder in Northeim, Moringen, Einbeck, Uslar und Gandersheim zentralisiert werden. Was dem 11-jährigen Gymnasiasten zuzumuten ist, kann auch dem Oberschüler zugemutet werden.

Deshalb ist die Diskussion um die Zusammenlegung der Oberschulen von Kalefeld und Gandersheim als Außenstellen-Lösung nur Opium fürs Wahlvolk. Hier muss einfach eine klare Entscheidung für das Wohl der Schüler erfolgen, die problemlos in der Schule in Gandersheim untergebracht werden können, die über 31 Klassenräume verfügt. Und das Argument, dass 60.000 Euro mehr an Fahrtkosten entstehen? Dem stehen knapp 320.000 Euro Kostenersparnis gegenüber (davon 40.000 Abschreibung) und der Verzicht auf Geldverbrennen durch notwendige Instandhaltung an den Gebäuden in geschätzten Größen von über 1,5 Millionen Euro.

Weiter ist hier Northeim, wo Realschule und T.-Mann-Schule zusammengehen werden; aber warum lässt man dann die G.-Hauptmann-Schule mit 100 Schülern nicht dazugehen? Wieder zu kurz gesprungen? Oder sollen die 100 Schüler dann nach Katlenburg-Lindau wechseln, wo die HRS mit knapp 240 Schülern ebenfalls vor dem Kollaps steht? Warum dann nicht die große Lösung für alle vier Wackelkandidaten in Northeim? Das wäre eine Schule mit ca. 1000 Schülern – aber dann hätten wir ja wieder die Diskussion um eine IGS, die ja nicht von allen politischen Parteien wirklich begrüßt wird. Dass IGS oder KGS nicht unmittelbar die Mißgunst der Eltern ernten, sollte auch allen klar sein, wenn man auf die KGS in Moringen schaut – die mehr als 1700 Schüler kommen nicht alle aus Moringen – angeblich sollen auch Eltern aus Northeim ihre Sprößlinge im Zuge der Schulwahl dort untergebracht haben…

Aber das größere Dilemma hat natürlich Einbeck, wo es um Besitzstände geht und um die Frage, ob ex-kreisstädtische Kinder nach Greene verfrachtet werden dürfen, da sich Lönsschule und IGS im W.-Bendow-Komplex die Räume wegnehmen, während in Greene hohe Leerstände sind. Wenn dann Lösungen mit Container-Bau (obwohl genug Räume in EInbeck und Greene vorhanden sind) und fixierter 3-/4-Zügigkeit diskutiert werden, ist das aus meiner Sicht nur Flickwerk, um die Löns-Schule in Einbeck zu halten. Sollte die Löns-Schule nach Greene gehen, würde ich prophezeien, dass etliche (Einbecker) Schüler dann von Löns an die IGS wechseln – was auch das Größenproblem der IGS obsolet werden lassen könnte. Eines sollten die Eltern vielleicht einmal bedenken bei ihrer Wahl: schlechten Unterricht kann man in Greene und in Einbeck finden – aber genauso gut auch guten Unterricht: das ist nicht primär von Standorten abhängig.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.