Die Untoten und die Fußgängerzonendiskussion

…haben eins gemeinsam: sie sind Wiedergänger ohne Leben

Neue Besen im Bauamt – und die haben sich nun auch auf Münster&Co. eingeschossen. Und erst einmal Munition gekauft: 12.000 Euro für Berater sofort (kleine Frage am Rand: ist das eine durch den Rat authorisierte Ausgabe? Laut HNA wird das einfach mal im Verwaltungsausschuss freigegeben, also die etwas verbesserte Variante des Parkplatz-raus-rein-Phänomen), später (also im nächsten Haushaltsjahr?) sollen es dann insgesamt 60.000 Euro werden .

Lars Bredemeier – der neue Besen – macht sich also Gedanken und glaubt an die Kraft – nein, nicht der Liebe – der Beratung. Die soll nun Eigentümer und Ladeninhaber befragen – hatten wir das nicht schon in der Innenstadtkonferenz? Aber die erste Diagnose liefert der neue Amtsleiter ja schon mit – und 2018 wird gestartet. Schön, dieser Optimismus! Was falsch ist: die Läden seien zu klein, die Zone zu groß, schlechte Läden werden Wohnraum oder Handwerks-Werkstätten, die Gestaltung wird ‚besser‘. Und es kostet ja nix, da gibt es Fördergelder und eine Besitzer-Sonderabgabe (für es aber derzeit noch keine gesetzliche Grundlage in Niedersachsen gibt..).  Und was bekämen die Eigentümer dafür? Ein Mitspracherecht, wie auch immer; das sei halt wie ‚Zuckerbrot und Peitsche‘. Ja, so wünschen wir uns demokratische Umgangsformen…

Sieht also alles danach aus, als ob wir einen echten ‚Selbstläufer‘ hätten. Und zwar in der Stadt, in der selbst so kleine Versuche wie Erweiterung der Parkflächen in mutigen Gremien scheitern, die sich im Vorfeld der Kommunalwahlen in vorbeugendem Gehorsam angesichts der lokalen Meinungslage üben.

Was mich persönlich am meisten interessiert, wäre eine Vision (ich war schon beim Arzt!), welcher Gewerbemix erfolgreich sein könnte – auch abgeleitet aus erfolgreichen Städten ähnlicher Größe und Bevolkerungsstruktur. Und wenn es die nicht gibt? Dann einfach mal die Erwartungen auf ein realistisches Niveau senken: Dass wir hier jemals einen Apple-Megastore am Münster finden werden, glaubt ja auch keiner. Oder mehr Events! Da gibt es plötzlich überhaupt kein Fehlen von Menschenmengen – das hatte ich ja schon vor längerer Zeit angemerkt (http://www.acwindhorst.de/wordpress/?p=47).

Und wer versucht, noch schnell auf dem Wagen aufzusteigen: unsere SPD-Fraktion, kalt erwischt, wertet die Aktivität mal als ein ‚positives Zeichen‘ – das meint sicher auch der Lehrer, wenn ein Schüler nach 3 Wochen seine ‚vergessene‘ Hausaufgabe nachgeholt hat. Und sie sehen ihre ‚alten‘ Forderungen aufgenommen: Verkleinern, Läden in Wohnraum wandeln, Öffnungszeiten und ‚Aufenthaltsqualität‘ als Umschreibung für Neu-Pflasterung. Und alle müssten mit ins Boot – da rappelt sie mal wieder, die Gebetsmühle…

Apropos Aufenthaltsqualität: wir haben da einen wunderschönen schmiedeeisernen Pavillion, den könnten wir ja mal wieder öffnen. Die größte Gefahr dabei war ja die PLUS-Filiale, die zu einer Hansa-Pils-Schwemme führte – aber das ist ja nun seit Jahren Vergangenheit und kann nicht mehr passieren.

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