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Samstag, 4.2.2012

Manche Menschen treten erst in mein Leben, wenn sie abgetreten sind - ob's mehr als nur eine Anekdote wird/bleibt - myblog wird's weisen.

Wislawa Szymborska (gest.1.2.2012) - für sie gilt das: 88 Jahre auf dieser Welt, Nobelpreis 1996, lebte nur wenige 100 Kilometer entfernt, aber jenseits des mitteleuropäischen Sprachbruchs - also eigentlich unerreichbar. Ein Häppchen Lyrik gabs als Zugabe in der Tageszeitung:

Danksagung

Vieles verdanke ich denen,
die ich nicht liebe.

Erleichterung, mit der ich hinnehme,
sie stehen anderen näher.

Freude, nicht ich bin
der Wolf Ihrer Lämmer.

Ich habe Frieden mit Ihnen
und Freiheit mit Ihnen,
das aber könnte die Liebe
mir weder geben noch nehmen.

So warte ich nicht auf sie
zwischen Fenster und Tür.
Geduldig,
fast wie die Sonnenuhr,
weiß ich, was die Liebe
nicht weiß,
verzeihe, was die Liebe
niemals verziehe.


Wunderbar einfach und klar formuliert mit einer originellen Perspektive auf das Genre der liebesdurchtränkten Sehnsuchtslyrik. Statt Lust an der Verschmelzung der mit leichter Ironie unterlegte Blick auf die Vorteile einer relativen Freiheit durch das Nicht-Vorhandensein einer Bindung, die in Fesselung ausarten kann. Liebe und Freiheit, ein wahrhaft unerschöpfliches Spannungsverhältnis...hier in einem ebenso leichten wie offenen Gedichtende wiedergefunden.

...Gedichtende??? Das Kleingedruckte war's: nur ein Auszug..... - manchmal ist weniger mehr (ausgelutscht, aber wahr..) - danach habe ich das Gedicht in ganzer Länge gefunden und es hatte neben dem schwebenden Kopf und Herz doch noch einen etwas gewichtigen Allerwertesten - das ist dann der Teil, wo alles nochmal deutlich erklärt wird: überflüssig aus meiner Sicht, aber der gute Ersteindruck bleibt und ebenso mein Dank an den klug kürzenden Redakteur!

Das Gedicht in ganzer Länge gibt es hier
Willkommen auf der Baustelle   -bitte noch etwas Geduld! Danke!
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